Was wäre unsere Heimat ohne den Klang der Kirchenglocken? Wie so Vieles gehören Glocken heute zum gewohnten Tagesablauf. Wir hören den Schlag der Kirchturmuhr und orientieren uns an dem dreimal täglichen Läuten, ohne daran zu denken, dass in früheren Jahrhunderten eben dieses Läuten einen ganz anderen Sinn hatte.
Das Morgenläuten war im 14. Jahrhundert eingeführt worden und lud zu einem Gebet für das öffentliche Wohl und den Frieden ein. Am 29. Juni 1456 führte Papst Calixtus III. das Mittagsläuten ein, wonach in jeder Kirche mittags eine oder mehrere Kirchenglocken durch ihr Geläut die Gläubigen dazu aufrufen sollten, für einen Sieg über die Türken zu beten. Das Abendläuten entstand aus der Gebetsordnung der Mönche, die beim Läuten zur Komplet die Gottesmutter Maria grüßen sollten, da sie zu dieser Zeit die Botschaft des Erzengels Gabriel gehört und Christus empfangen habe.
Später wurde das dreimalige Läuten am Tag so gedeutet, dass das Morgenläuten an die Auferstehung, das Mittagsläuten an den Leidensweg und das Abendläuten an die Menschwerdung Christi erinnern soll. So wurde jeder Tag zu einem „kleinen Kirchenjahr“.
Es lohnt sich, diesem Kapitel unserer Pfarrgeschichte einmal besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Das Buch ist ausverkauft.
