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Waldniel während der Franzosenzeit (1794 – 1814)

4.11 Siegel der mairie de Waldniel
Datum:
22. Juni 2026
Von:
Hermann-Josef Crynen

 

Ab 1794 gehörte unsere Heimat zwei Jahrzehnte lang zu Frankreich. Zuerst zur französischen Republik, dann – ab Dezember 1804 unter Napoleon – zum französischen Kaiserreich. Die Einwohner waren französische Bürger mit allen Rechten und Pflichten. Die Bürgermeister, die Maire genannt wurden, leisteten den Amtseid auf die französische Republik und trugen französische Nationalkokarden; die Amtssprache wurde französisch; Waldniel hieß jetzt Bourgwaldniel; die Pfarrer bezogen ihr Gehalt von der französischen Regierung; der Gregorianische Kalender mit seiner christlichen Zeitrechnung verschwand und der Revolutionskalender wurde übernommen; alle Männer unter 45 Jahren mussten damit rechnen, zu den Waffen gerufen zu werden. Viele französische Ausdrücke haben sich bis heute in unserer Sprache erhalten und zeugen von dieser Epoche in der Geschichte unserer Heimat.

In den ältesten Unterlagen der Waldnieler Schützenbruderschaft finden sich Berichte und Bemerkungen über diese Jahre, die gemeinhin als „Franzosenzeit“ bezeichnet werden. Eine spannende Zeit.