Orgel Elmpter Kapelle

Die Gottesdienste werden durch den Klang einer
pneumatischen Orgel begleitet. Die Gebrüder
Müller-Reifferscheidt bauten im Jahr 1859 eine
Orgel für die Kapelle um, die vermutlich aus
einem aufgelösten Kloster stammte. Bis in die
Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts erfüll
te das Instrument seinen Dienst – wenn auch
nur notdürftig –, bevor es von seinem früheren
Standort in der Brüstung der Orgelempore ent
fernt und gänzlich unbespielbar gemacht wurde,
indem man ihm seine Windzufuhr abschnitt. Das
nun nutzlose Instrument wurde weiß gestrichen
und durch eine elektrische Orgel ersetzt.
Viele Jahre lag die Orgel wie Sperrmüll auf dem
Boden der Empore – so berichten Zeitzeugen
darüber – bis schließlich 1981 im Heimatbuch
des Kreises Viersen von »Orgelvandalismus« ge
sprochen wurde. Pastor Baumann, welcher ein
Jahr zuvor seinen Dienst in der Pfarre St. Lauren
tius Elmpt angetreten hatte, setzte sich für eine
Renovierung ein. Anlässlich seines Silbernen
Priesterjubiläums 1981 rief er zur Spende auf. Die
Zivilgemeinde, das Bistum Aachen sowie einige
Stiftungen und Vereine und auch er selbst spen
deten, sodass die Finanzierung schnell gesichert
war. Im nächsten Jahr erfolgte die Restaurierung
durch Fischer & Krämer aus Endingen am Kaiser
stuhl. Dabei wurde die Orgel mit einem Schnitz
werk geschmückt und anschließend wieder in
die Brüstung der Empore gestellt.
Zum Pfingstfest 1982 erklang sie erstmals wieder,
wenn auch noch nicht vollständig restauriert.
Die Einweihung der renovierten Orgel fand
schließlich am dritten Adventssonntag des
Jahres 1983 statt. Alte Pfeifen wurden verstei
gert. Als Dankeschön für seine Verdienste bei
der Restauration der Orgel bekamen Pfarrer
Hermann-Josef Baumann sowie sein Vorgänger
Eduard König (1951-1979) je eine Originalpfeife
geschenkt; letzterer hatte in den Sechzigerjahren
dafür gekämpft, dass das als »Trümmerhaufen«
erscheinende Instrument bei einer Kapellen-
renovierung erhalten blieb.
Zusätzlich wurden bei dieser Gelegenheit be
schädigte Fenster repariert und mit einer Sicher-
heitsverglasung von außen versehen, um zu
künftige Beschädigungen und auch Einbrüche
zu verhindern. Darüber hinaus wurde ein durch
Vandalismus angerichteter Schaden beseitigt.
Auch das Dach des Gebäudes erhielt eine Aus
besserung. Die beiden Seitenaltäre sowie der
flandrische Schnitzaltar erfuhren eine Restau
rierung; insgesamt beliefen sich die Kosten für
diese Maßnahmen auf 120.000 DM.
Quelle: Förderverein Elmpter Kapelle (Broschüre zur Kapelle)