St. Jakobus d. Ältere Lüttelforst

Lange Zeit existierte in Lüttelforst nur eine kleine Kapelle, die sich oberhalb der heutigen Kirche auf dem heutigen Friedhofsgelände befand. Im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts befand sie sich in einem schlimmen Zustand. Auf der Hangseite drohte sie ab zu rutschen, zwei Scheiben auf dieser Seite waren bereits zerbrochen, „so dass der Wind den Priester am Altare und die Kerzen belästiget“ (Lohbeck, S. 29). Zu allem Unglück wurden 1794 auch noch sämtliche Wertgegenstände aus der Kirche gestohlen, so dass für die kleine Gemeinde von 400 Seelen keine Aussicht bestand, einen Neubau aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Da starb am 14.November 1797 Anna Catharina Mühlenweg, geb. Bispels. Sie war die Witwe von Johann Arnold Mühlenweg, dem Besitzer des östlich gegenüber der Kirche gelegenen Herbertzhofes, und hatte in ihrem Testament einen Betrag von 8000 Reichstalern für eine neue Kirche bestimmt. Der Kirchengemeinde wurden zudem zwischen 1797 und 1807 jährliche Zinsen von 320 Talern zuerkannt. Allerdings gestaltete sich der Empfang der Gelder nicht so einfach. In insgesamt 24 kleinen Raten musste Severin Hartges (1798-1828 Pfarrer in Lüttelforst) das Geld in Oedt beim Friedensrichter Dr. Roffers abholen. Am Ende war die ausbezahlte Summe von insgesamt 6450 Talern gar nur halb so hoch wie erwartet. An der Orgelempore erinnert das Monogramm A.C.M.B. an die edle Erblasserin (vgl. ebd., S. 31).
Die Pläne der neuen Kirche des Düsseldorfer Hofbaumeisters Peter Köhler wurden Anfang des 19. Jahrhunderts umgesetzt. Im September 1802 war der Rohbau der 23 m langen und 10,65 m breiten Saalkirche mit Türmchen über der Eingangsseite und dreiseitig geschlossenem Chor auf der Nordostseite fertiggestellt. Die Sakristei wurde erst 1880 angebaut, die heutigen Kirchenfenster wurden 1890 von Mitgliedern der Pfarrgemeinde gespendet und eingesetzt. Größere Sanierungen des Kirchenraums erfolgten 1966 und 1987 nach Erneuerung der Heizungsanlage. Im Jahr 2018 wurde das Dach rundum erneuert.
Lüttelforst Kultur und Tradition e.V.
H.-J. Bonsels, 29.06.2025